review: final fantasy XII

am 23. februar war es soweit: für europäische ps2-konsoleros erscheint „final fantasy XII“, knapp fünf jahre nach „final fantasy X“ und nur ein halbes jahr nach dem us-release. lest nun die exklusive review auf zockerseele.com.

:: story:

„final fantasy XII“ spielt in der selben welt wie der ps1-kracher „vagrant story“, die sich ivalice nennt. dort tobt ein heftiger krieg zwischen den grossmächten archadis, im osten und rozarria, im westen. mittendrin liegt ein kleines, unschuldiges königreich namens dalmasca, dessen geografische lage von hoher strategischer wichtigkeit für das imperium archadis ist. man verleibt es sich ein, nicht ohne den thron-aspiranten, lord rasler, im kampf zu töten. dessen potenzielle gemahlin, prinzessin ashelia b’nargan dalmasca, stirbt offiziell ebenso bei dieser aktion. in wahrheit aber verschwindet sie im untergrund, nicht ohne die hoffnung, das schicksal später doch noch wenden zu können und rache an den mördern ihres gemahls und tausender unschuldiger dalmascaner zu nehmen. zwei jahre vergehen und schliesslich beginnt für euch die epische schlacht als…

ff12: characters
(oben: die gefährten, von links nach rechts – penelo, fran, vaan, ashe, larsa, balthier, basch)

:: charaktere:

…vaan. vann ist ein milchgesichtiger waisenjunge aus der königlichen stadt rabanastre, dessen eltern und bruder reks ebenso bei dem krieg getötet wurden. er verdient sich sein geld durch klauen und hat den traum einmal ein grosser luftpirat zu werden. ausserdem schwört er rache für den verlust seines bruders. als in rabanstre eine riesige party zu ehren der neuen eroberer stattfindet, entschliesst er sich in den palast einzubrechen, um schätze zu klauen, soviel er tragen kann.

seine freundin heisst penelo, eine sängerin und tänzerin, die sich gut in martial-arts-kampftechnik auskennt. sie ist sowas wie vaans gewissen und passt auf, dass er nicht zuviel mist baut.

als vaan seine „mission“ im palast erledigt hat, trifft er auf der flucht zwei interessante gestalten, die sich ihm anschliessen und die ihn bist zum bitteren ende begleiten werden: den edlen luftpiraten balthier und seine freundin, fran, eine vieira-kriegerin. fran ist die älteste eurer gruppe, da vieira länger leben als menschen und zudem ist sie die mit den ausgeprägtesten sinnen.

wie ihr so durch die kanalisation flüchtet hüpft euch buchstäblich irgendwann ashe in die arme, die eigentliche hauptfigur des spiels. eure wege kreuzen sich nur, aber später gehört sie ständig zu eurem team.

fehlt nur noch basch: basch ist der auron von ff12, der im verdacht steht, den könig ermordet zu haben. die beziehung zu ihm gestaltet sich deshalb anfangs am schwierigsten, besonders wegen ashe, aber natürlich handelt es sich nur um ein missverständnis, das bald aufgeklärt wird.

im laufe eurer geschichte begegnen euch noch ein paar andere charaktere, die sich kurzfristig eurer party anschliessen. ihr könnt diese dann nicht pushen, sie helfen euch aber beim kämpfen, wollen aber im falle eines todes natürlich auch wieder von euch reanimiert werden. der charakter, der von diesen am treuesten zu euch hält und der wohl am wichtigsten ist, ist larsa, der kleine bruder von lord vayne solidor, der „böseste der bösen“ und der machthungrigste. larsa ist sowas wie der mittelsmann, der andere ziele verfolgt als sein gieriger bruder vayne und die vision einer friedlichen welt hat.

ff12: nach dem kampf
(nach dem kampf…)

:: gameplay:

„final fantasy XII“ ist insofern eine kleine revolution der serie, da bei diesem titel komplett auf zufallskämpfe verzichtet wurde. hier liegt eine der absoluten stärken des spiels, da man manchmal den eindruck hat, man zocke eine mischung aus „vagrant story“, „diablo“ und natürlich „final fantasy“. die gegner erscheinen auf eurer karte als rote punkte, wobei euch manchmal auch „friedliche“ begegnen, die erst aggressiv werden, wenn man sie angreift. durch diese neuerung wird die ganze riesige welt zu einer einzigen kampf-arena!

ff12: action-screen

eure charaktere entwickeln sich anhand eines speziellen lizenz-bretts, das ähnlich dem sphärobrett aus „ffX“ ist. für erfolgreiche kämpfe erhaltet ihr lizenzpunkte, die ihr auf dem lizenzbrett verheizen könnt. das problem: nur, weil ihr eine lizenz besitzt, heisst das nicht, dass ihr entsprechende waffen oder zauber automatisch bekommt! ihr erhaltet quasi nur die „erlaubnis“, diese zauber und waffen zu nutzen, erhalten müsst ihr die aber von shops oder monstern/gegnern! das kann manchmal ziemlich ärgerlich werden. ausserdem finde ich, dass das sphärobrett vielleicht einen tick zu kompliziert, aber wesentlich besser gestaltet war. die spezialisierung eurer charaktere ist ebenso durch dieses lizenzbrett fast überflüssig, da jeder charakter das selbe besitzt und die felder sich bei jedem gleichen, bis auf die, die spezielle techniken bereithalten. gerade am anfang solltet ihr euch aber hüten, für jede person die selben felder freizuschalten, denn es wird euch oft das genick brechen, wenn ihr keine „spezialisten“ habt.

eine weitere neuerung, diesmal in bezug auf euer kampfsystem, sind die gambits. gambits sind automatisierte folgen von handlungen, die für jeden eurer party zur verfügung stehen, damit ihr nicht die ganze zeit wie ein verrückter auf den controller hacken müsst. am anfang machen die keinen sinn, höchstens in bezug auf eure charaktere, die ihr nicht selber steuern wollt, aber später werdet ihr daran gefallen finden, v.a., weil das kämpfen viel schneller und komfortabler vonstatten geht. und glaubt mir: ihr müsst viel kämpfen, verdammt viel. jeder eurer charaktere hat insgesamt 12 gambit-slots zur verfügung. was ihr beachten solltet: setzt alle heilungszauber an den anfang eurer gambit-liste, danach erst die kampfhandlungen, aber das bekommt ihr auch selber im laufe des spiels raus. gambits waren bereits oft der grund zu massiven kritiken an „ff12“. ich persönlich habe bis 40h spielzeit nicht auf sie geachtet, war aber später froh, dass es sie gibt. euch wirds wahrscheinlich ähnlich ergehen, also trainiert das und nutzt sie, wo ihr könnt! ob es euch gefällt oder nicht: sie sind ein wesentliches element des games und wurden aus bestimmten gründen eingeführt!

die mysth-teks: mysth-teks sind die limit-breaks früherer „final fantasy“-games. das heisst: es sind spezielle techniken eurer kämpfer, die ihr auf dem lizenzbrett freischalten müsst. jeder kann maximal drei erlernen. wenn ihr sie anwendet, sinken eure mp auf 0, behaltet das im auge. ihr könnt die mysth-teks auch aneinanderketten, was euch aber wahrscheinlich nicht in dem ausmass gelingen wird, wie ihr euch das denkt. in meinen augen waren sie ganz klar eine der überflüssigsten sachen im game: sie bringen nur wirklich was, wenn ihr 10 oder mehr verketten könnt, sie verbrauchen ALLE mp, also wundert euch nicht, wenn ihr deswegen alle im kampf verreckt. „ff12“ spielt sich besser, wenn ihr zaubert und kämpft, vergesst einfach die mysth-teks.

ff12: mateus
(oben: der kampf um die esper mateus, element: kälte)

esper: esper sind mächtige überwesen, die ihr beschwören könnt, ähnlich den bestia anderer ff-games. ihr müsst gegen jede esper kämpfen und gewinnen, um sie besitzen zu können. die haupthandlung führt euch zu insgesamt 5 esper. es gibt aber noch viele mehr, an den unmöglichsten orten. esper sind prinzipiell ziemlich cool, aber ihr habt während ihrer erscheinungszeit nur den charakter zur hand, der sie beschworen hat, alle anderen verschwinden in der zeit. sie verbrauchen nicht ganz soviel mana wie die mysth-teks; sterbt ihr, verschwindet die esper, stirbt die esper, kommen eure gefährten zurück.

optionales:

neben der haupthandlung gibt es das thema der mob-jobs. mobs sind gefährliche monster, die sich an den übelsten orten ivalices aufhalten und die bezwungen werden wollen. ihr bekommt immer geld und heisse waren von den auftraggebern, wenn ihr sie besteht. da ihr durch ganz ivalice reisen müsst, um sie zu finden, könnt ihr, wenn ihr ernsthaft alle niederstrecken wollt, zwischen 15-35 stunden zusätzlich einplanen! nehmt euch den spielberater oder das internet zur hilfe, wenn ihr euch grossen frust bei der suche ersparen wollt.

:: grafik:

okay, was soll man dazu sagen!? ich weiss nicht genau, wie square das immer wieder schafft, aber gerade im rollenspiel-bereich werdet ihr nichts besseres visuelles finden. die ps2 ist mittlerweile in die jahre gekommen, bei „ff12“ aber zeigt sie nochmal, was wirklich drin steckt in dieser kleinen schwarzen kiste. alles ist 3d, es gibt relativ wenig fmv-zwischensequenzen, aber wenn sie kommen, werdet ihr euren mund nicht mehr zu bekommen. grafik-fehler sind nicht bemerkbar, alles wirkt bis in kleinste detail austariert, hier steckt viel zeit und liebe drin.

die kamera: ihr habt mit dem rechten analog-stick praktisch die volle kontrolle über die kamera. nutzt sie! sie ist euer bester freund.

:: sound:

die pal-version des spiels verfügt über eine englische sprachausgabe. da es sich um ein edel-rollenspiel handelt und auch adlige darin vorkommen, wurde die sprache der figuren dementsprechend angepasst (z.b. durch britische sprach-nuancen). besonders fran und ihr wahnsinniger akzent stechen heraus, aber auch balthier kann überzeugen. vaans gelaber nervt mich öfters, er ist eben noch ein kind, aber auch nicht perfekt getroffen.

von nobuo uematsu, dem godfather alter final-fantasy-musik und sounds, stammt nur noch der titel-track. alles andere steuert hitoshi sakimoto bei, der auffallend viele samples eingebaut hat. die allerdings verfügen über eine wahnsinnige bandbreite an elementen, passen zu 100% perfekt zur umgebung und tragen enorm zur gesamt-stimmung bei. besonders die samples zur ogir-yensa-sandsee und dem salika-wald haben mir besonders gut gefallen, aber der soundtrack ist wie bei vielen japanischen rollenspielen definitiv mehr als nur einen blick wert.

:: kritik:

zuerst das negative: laufen, laufen, laufen und kämpfen, kämpfen, kämpfen. das macht „final fantasy XII“ zu einem hardcore-titel. es gibt insgesamt zu wenig speicherpunkte, was aber bisher bei jedem „ff“ der fall war. unter 1,5 bis 2h pro session kommt ihr nicht weg. also plant viel zeit ein. vaan ist für mich der bisher schlechteste protagonist einer final-fantasy-serie. da ihr aber wirklich jeden eurer sechs gefährten zur hauptfigur machen könnt, die eure truppe anführt, ist das nicht ganz so schlimm. bei der story ging mir das ewige problem mit den dummen nethiziten irgendwann gegen den strich. es hätte nicht das zentrale thema sein sollen. was auch fehlt sind die ausflüge in andere dimensionen oder parallel-welten, darauf wurde gänzlich verzichtet. das legt zwar den hauptschwerpunkt auf ivalice, was genug sehenswertes parat hält, aber besonders gegen ende habe ich die krassen wendungen vermisst.

ich bin jetzt durch und muss sagen: schade, dass es schon vorbei ist. es ist wirklich ein kracher geworden und hat mich über allein fünf wochen kontinuierlich zwei stunden pro tag bei der stange gehalten. es besteht enormes suchtpotenzial. es sieht einfach alles so wunderschön und herrlich aus, man möchte sich beinahe ein ticket kaufen und selbst nach ivalice reisen. square zeigt, wie man heute qualitativ hochwertige ausnahme-märchen erzählt. es ist beinahe alles zu phantastisch, um es glauben zu können. und ich hatte anfangs wirklich meine zweifel. wenn ihr euch bisher noch keine ps2 gekauft habt, hier habt ihr den wahren grund, wieso ihr das machen solltet. wirklich jeder sollte dieses spiel spielen, egal ob rollenspiel-fan oder nicht, gerade der quasi-revolutionäre charakter macht es zu einem ausnahme-titel, nicht nur in der ps2-welt.

ff12: cover

wertung:

grafik: 9 von 10
sound: 9 von 10
gameplay: 9 von 10

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