review: mirror’s edge

intro:

electronic arts und die schwedische spiele-schmiede dice brachten am 13. november das innovative first-person-action-game „mirror’s edge“ in europa raus. lest nun den exklusiven spiele-test hier auf zockerseele.com.

story:

mirrors edge faith beim schlag
(die coolste protagonistin schlägt zurück…)

in einer stadt ohne namen regiert ein totalitäres regime mit eiserner hand und überwacht alle schritte seiner bürger elektronisch, um, wie könnte es anders sein, verbrechen zu reduzieren. es steht eine bürgermeisterwahl an und der amtierende bürgermeister gallaghan will natürlich im amt bleiben und die kontrolle über die stadt behalten, obwohl mit robert pope ein mann des wandels als vielversprechender gegenkandidat bereitsteht.

faith conners, die eurasische protagonistin, ist eine „runnerin“ ausgebildet in parkour, deren aufgabe es ist informationen den revolutionären und abtrünnigen des systems zuzustellen; unbemerkt und unsichtbar, immer auf den dächern der stadt.

eines tages erhält sie einen anruf ihrer schwester kate, eine polizistin, die gerade im büro von robert pope steht, der kaltblütig mit einem kopfschuss niedergestreckt wurde. neben seiner leiche findet sie einen zettel mit der mysteriösen aufschrift „icarus“. kate bittet faith ihr bei der aufklärung des falles zu helfen und alle informationen ihrem vorgesetzten lt. miller zu übergeben.

auf ihrer suche findet faith schliesslich einen weiteren runner namens jacknife, den ehemaligen sicherheits-chef von pope, der ihr sagt, ein ex-wrestler namens ropeburn habe weitere informationen. sie berichtet das lt. miller, der ein treffen mit ropeburn arrangiert. bei dem will faith zuhören, aber sie wird von ropeburn entdeckt, der sie dann versucht zu töten. es gibt einen kampf zwischen beiden, doch dabei wird ropeburn von einem killer ermordet. die jagd nach diesem führt sie zu einer weiteren sicherheitsfirma, die für das sicherheits-system der ganzen stadt zuständig ist und die ebenfalls „anti-runner“ ausbildet…

wieso wurden pope und ropeburn ermordet?
wer steckt hinter dem sicherheits-system der stadt und kontrolliert diese?
wer ist der verräter in den reihen der runner?

das sind einige der fragen, die im weiteren spielverlauf beantwortet werden müssen.

charaktere:

faith – die protagonistin. sie ist aufgewachsen in dieser stadt als tocher eines paares im widerstand. sie hat viel geklaut, bis sie schliesslich bei einem einbruch von mercury entdeckt wurde, der sie zu einer runnerin ausgebildet hat.

mercury – die stimme im ohr. hat immer tipps parat und meldet, was als nächstes zu tun ist. bildet runner aus, macht geschäfte mit der zustellung von informationen und arbeitet computer-gestützt.

celeste – die zweitbeste runnerin im stall von mercury. arbeitet meistens allein, unterstützt faith hin und wieder bei missionen, führt ein doppelleben.

kate – faiths schwester, polizistin. sie wird ohne schuld in etwas verwickelt, wo sie nur schwer wieder rausfinden kann.

jacknife – runner der gegenseite und söldner. spielt eine entscheidende rolle bei der gezielten verschwörung.

gameplay:

bewegungsfreiheit, physischer kontakt mit der umgebung und die parkour-technik sind hier von entscheidender bedeutung. obwohl „mirror’s edge“ auf eine mit lichteffekten aufgemotzte unreal3-engine basiert, liegt das hauptaugenmerk nicht auf kampf und schiessereien, sondern auf die möglichst kreative art der nutzung der umwelt. wenn ihr techniken wie slides, wallruns, rollen, sprünge, etc. verknüpft, füllt sich euer „momentum“, was euch schneller, konzentrierter und kräftiger werden lässt.

es gibt kein „hud“, wie man es von shootern kennt. wird faith verwundet, blinkt der bildschirm rot, weshalb man deckung suchen sollte, da sie sich automatisch regenerieren kann.

mirrors edge nahkampf
(faith beim nahkampf)

die steuerung ist ziemlich einfach gehalten: bei der ps3 springt man mit l1, rutscht oder duckt sich mit l2, macht eine 180°-drehung mit r1 und schlägt bzw. schiesst mit r2. gerannt wird, indem man einfach in die gewünschte richtung mit dem analogstick drückt.

was sich einfach anhört ist in der praxis relativ uncool: manchmal reagiert die sprungtaste nicht oder viel zu spät, was nur eine von vielen fehlern ist. das gameplay verzeiht euch nichts, niemals. macht ihr einen klitzekleinen falschen move, seid ihr sofort tot. das ist zwar „wie in echt“, kann einen aber übelst frustrieren, wenn man mal richtig in der tinte sitzt. ausserdem ist euer spielfluss hier komplett für den eimer.

normalerweise kann man sich mit der kreis-taste anzeigen lassen, wo man hinrennen soll. ganz toll war, dass in wirklich kniffligen situationen man auf sich allein gestellt war, denn dann gab es dieses feature einfach nicht oder es brachte nichts. so fliegt man schön oft von dächern, wird erschossen oder man rutscht ab. pech, hier wird nichts verziehen.

mirrors edge kran
(faith springt von kran zu kran)

der spielverlauf war mir zu linear, einfach immer sich an den roten markierungen orientieren. oft gibt es gar keine alternative lösung. ausserdem ist die spieldauer mit gerade mal 9 kapiteln im story-modus, der mega-schwer zu bezwingen ist, viel zu kurz.

gefallen hat hingegen die auswahl der locations, auch wenn es davon nicht viele gibt und alles viel zu schwer ist. aufzugschächte, wolkenkratzer-dächer, lüftungs-schächte, kran-jumps… ziemlich geil.

sidequests:

…gibt es eigentlich gar keine. aber ihr könnt pro level maximal drei pakete finden, die sich immer in der nähe des ortes verstecken, wo man das rote mirror’s edge-logo sieht. warum man die sammeln sollte war mir leider nicht ganz klar…

grafik:

mirrors edge: faith auf dem dach
(faith über den dächern der stadt)

wie bereits erwähnt läuft „mirror’s edge“ auf der unreal3-engine, die mit zusätzlichen lichteffekten ausgestattet wurde. leider ist die stadt komplett tot und wirkt steril wie ein krankenhaus. es gibt nur mal ein paar tauben, ein flugzeug am himmel, das wars. hier scheint niemand zu leben und auch die fahrzeuge sehen doch sehr einfach aus. überhaupt scheint „einfachheit“ hier das motto gewesen zu sein. die atmosphäre stimmt dagegen.

sauer aufgestossen sind mir diese billigen cut-scenes: das sieht doch sehr nach adobe flash aus, da wäre definitv mehr drin gewesen. entweder 3d oder wenigstens ein richtig guter anime-style, aber scheinbar ist das alles mal wieder zuviel verlangt.

was gar nicht geht war dieses permanente clipping: soll mir niemand erzählen, die ps3 hätte keine rechenpower. wenn ich mich umdrehe und ich sehe grafikblöcke, könnte ich den idioten bei ea wieder mal eine reinsemmeln. und das beste zu ea kommt erst noch…

sound:

das highlight dieses spiels. das beste war: „mirror’s edge“ ist komplett eingedeutscht worden, was man selten bei einem potenziellen blockbuster sieht. auch die klänge und die samples passen hervorragend, der titel-track ist mega. daumen hoch für diese leistung!

fazit:

alles in allem könnte man es so ausdrücken: dice, danke, alles richtig gemacht! ea, wie immer, alles falsch gemacht. eigentlich gehört ihr langsam boykottiert, denn:

1) man merkt, dass dieses spiel nicht ausgiebig genug getestet wurde. das bezeugt die grafik, das sieht man bei den spiel-situationen, die manchmal unmöglich sind und bei der ausgewogenheit der schwierigkeit der level, die komplett fehlt.

2) wenn sich in den lüftungs-schächten in kapitel 6 und kapitel 8 das system komplett aufhängt, man es ausschalten muss, könnte ich ea echt würgen. ein re-install hat es bei mir nicht gebracht, ich musste das system vom internet nehmen, dann ging es plötzlich. sowas kann nicht sein, niemals, was soll der scheiss? das spiel ist nicht fertig, basta. ganz zu schweigen vom automatischen speichern.

wer mir sagt, er erkennt hier nicht ein gewaltiges stück city 17 aus „half life 2“, der hat entweder keinen plan oder das spiel nicht gezockt.

der sound und die spiel-idee sind phänomenal. man sollte jedoch langsam wissen, dass es irgendwo immer hapert, wenn electronic arts, das „microsoft der videospielwelt“, seine finger im spiel hat. erneut blieb man auch hier bei „mirror’s edge“ klar hinter den eigentlichen möglichkeiten. hier hätte ein wenig mehr zeit für qualitätssicherung wunder bewirkt. trotzdem sollte man es mal gespielt haben, weil das konzept richtig neu ist. was eben fehlt, ist die balance und fehlerausmerzung.

man darf gespannt sein, ob ea und dice, die ja dieses game als das erste einer trilogie sehen, die dinge in den fortsetzungen besser machen werden. es verkauft sich eher schlecht, was mich nicht wundert, das ist ganz klar selbst verschuldet. „mirror’s edge“ hätte ohne probleme das spiel des jahres werden können. stattdessen hängt das game (unglaublich), ist viel zu frustrierend und zu kurz, wirkt zeitweise billig in den cut-scenes und verzeiht nichts.

grafik: 7 von 10
sound: 8 von 10
gameplay: 7 von 10

mirrors edge cover

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