review: final fantasy XIII

:: intro

am 9. märz und ziemlich exakt drei jahre nach dem zwölften teil der populären rollenspiel-serie erschien „final fantasy XIII“ zeitgleich in europa und den usa. es war das allererste „final fantasy“, das für zwei next-gen-konsolen erhältlich war: für die ps3 und die 360. lest nun die review hier exklusiv auf zockerseele.com.

:: charaktere

final fantasy XIII die charaktere

insgesamt gibt es sechs hauptcharaktere, wobei nur drei gleichzeitig kämpfen und nur eine spielbar ist. die anderen werden, meistens intelligent, durch die KI gesteuert.

lightning: eine ehemalige elitesoldatin und sergeant der schutzgarde. nach dem tod ihrer eltern hat sie ihren bürgerlichen namen abgelegt. sie ist 1,71 meter gross und führt eine gunblade mit sich, eine kombination aus einem mächtigen schwert und einer flinte. sie ist sehr agil und verfügt über akrobatische manöver, die sie im kampf unberechenbar machen. sie wirkt kühl und eigenwillig, hat jedoch auch eine leidenschaftliche seite, die erst später im spiel gezeigt wird.

snow villiers: snow ist der anführer des team NORA, einer widerstandsgruppierung, die gegen die regierung von cocoon kämpft. er ist zwei meter gross und kämpft ohne waffen, er benutzt rohe gewalt und seine fäuste. hochrüstbar ist sein langer mantel. snow ist verlobt mit der schwester von lightning, serah. serahs verwandlung in kristall ist eine der schlüsselereignisse des spiels. snow ist stark impulsgesteuert und denkt weniger nach, über das, was er tut. das macht ihn angreifbar.

oerba yun fang: die sexbombe, wild und unbezähmbar. stammt aus grand pulse, oerba village. sie trägt einen speer mit sich und ihr stigma ist im gegensatz zu allen anderen bereits ausgebrannt. erst gegen ende des spiels wird klar, warum dies so ist. ihr schicksal ist eng mit dem von vanille verwoben.

sazh katzroy: ein ehemaliger pilot des militärs. er trägt zwei high-tech-pistolen mit sich und feuert immer aus der distanz. er hat einen sechsjährigen sohn namens dajh, der ebenfalls, wie serah, zu kristall erstarrt ist. sazh permanenter begleiter ist ein kleiner chocobo, der in seinem afro lebt. sazh ist relativ nah am wasser gebaut, aber ein absoluter gutmensch.

oerba dia vanille: vanille ist der nervigste charakter im ganzen spiel. das macht ihre unglaublich naive art, die einen an den rand der verzweiflung bringt und ihre nervige stimme. sie ist einfach zu jung und zu dumm. als waffe trägt sie eine hochrüstbare rute mit sich. sie stammt wie fang aus oerba village.

hope estheim: hope ist 14 und benutzt einen bumerang als waffe. seine mutter stirbt, während snow und das team nora gleich zu anfang des spiels auf die PSICOM treffen. das kann er nicht akzeptieren und er nimmt sich vor snow dafür umzubringen. obwohl er ein kind ist verfügt er über einen unglaublich starken willen und hat mehr talent im zaubern, als im physischen bereich.

neben diesen sechs protagonisten, um die sich die komplette story und auch das schicksal dreht, gibt es noch eine reihe an antagonisten. die sollen jedoch aus rücksicht auf die spieler, die „final fantasy XIII“ noch spielen werden, unerwähnt bleiben. nur soviel: cid ist natürlich am start und bekam den nachnamen raines. auch hat er sein eigenes schlachtschiff, die lindblum.

:: story

final fantasy XIII grand pulse und cocoon als mond

die story zieht sich diesmal durch zwei welten: cocoon und grand pulse. diese welten werden von fal’cie administriert, riesige gottähnliche mechanische wesen. menschen sind für diese fal’cie nur puppen, die sie nach ihren vorstellungen manipulieren können. sie werden dann mit einem stigma markiert und müssen eine bestimmung erfüllen, bevor sie zu ewigem kristall werden; aus den menschen werden l’cie. erfüllt ein l’cie seine bestimmung nicht, wird er zu einem cie’th, einem seelenlosen monster. aus welchem blickwinkel man es auch betrachtet: ein l’cie zu sein ist ein fluch.

der künstliche, hochtechnologisierte mond cocoon wird von dem fal’cie orphan verwaltet. orphan sorgt für die maschinen und menschen. 1300 jahre in der vergangenheit kam es zum krieg zwischen dem fal’cie von cocoon und dem von grand pulse, weshalb die einwohner cocoons sich vor denen aus grand pulse fürchten. kaum einer hat grand pulse selbst gesehen, doch die furcht vor diesem krieg ist so gross, dass die verwaltung von cocoon jeden in quarantäne steckt, der mit einem bewohner von grand pulse kontakt hatte. diese politik, die sich purgation nennt, wird konsequent von der regierung cocoons verfolgt, dem sanktum. dessen stärkstes militär trägt den namen PSICOM.

die geschichte beginnt indem sich snow und lightning bei einer auseinandersetzung mit den PSICOM kennenlernen. snow und seine widerstandsbewegung NORA kämpfen gegen die regierung und die purgation, während alle anderen charaktere schnell dazustossen, da sie auch ins exil gezwungen wurden.

die story wird in 13 kapiteln erzählt. wenn ihr etwas verpasst habt, könnt ihr das bequem im datenlog nachlesen.

:: gameplay

das gameplay läuft wirklich über das komplette spiel in dreidimensionalen „schläuchen“ ab, wie es jemand bei amazon beschrieben hat. es gibt in der ersten hälfte des spiels, die sich ausschliesslich auf cocoon abspielt, keine grossartigen freiräume. 40 stunden lang seid ihr teil eines interaktiven films, der euch wenig freiheit bei der charakterentwicklung lässt. überhaupt werdet ihr über die gesamte spielzeit beschränkt, damit ihr die charaktere nicht zu schnell entwickelt. das fand ich weniger gut. erst auf grand pulse könnt ihr alle charaktere frei entwickeln, wobei eine neuerlernung von berufen sehr schwierig ist. ihr werdet bei euren hauptberufen bleiben müssen.

neben der linearität war mir der sinn von grand pulse nicht ganz klar. ihr könnt dort zwar 60(!) missionen machen und lernt auch eine riesige wilde natur kennen, aber für die story ist dieses kapitel, das auch nochmal mindestens 20-30 stunden dauert, kaum relevant. die nebenquests müsst ihr nicht machen, es ist auch immer das selbe: statue berühren, mission annehmen, kreatur suchen, besiegen, nächste statue. zwischen mission 40 und 50 geht es in den spieleberater-bereich, ohne internet oder das offizielle buch läuft hier bei den bossgegnern wenig (siehe neoküsschen; der whackste boss im ganzen spiel).

für die charakterentwicklung ist das nicht ganz unwichtig und man lernt auch details zur story besser kennen, da aber eure entwicklung vom level des kristariums abhängt, seid ihr doch eher eingeschränkt.

:: die berufe

insgesamt gibt es sechs berufe:

brecher – ausschliesslich physischer schaden. sehr mächtig, wenn sich der gegner im schockzustand befindet. stärkster brecher: lightning.

verheerer – offensive zauberer. essentiell um gegner in schock zu versetzen und kettenboni zu sammeln. stärkster verheerer: hope.

heiler – ausschliesslich für die heilung von zuständen und hp. stärkster heiler: vanille.

manipulator, hexer: bewirkt zustandsveränderungen wie gemach, morbid, etc. beim gegner. stärkster manipulator: fang.

verteidiger: nimmt schaden von gegnern auf sich und ihr könnt euch in ruhe heilen. stärkster verteidiger: snow.

augmentor, zauberer: bewirkt positive zustandsveränderungen bei euren mitstreitern. stärkster augmentor: sazh.

:: kristarium

final fantasy XIII das kristarium von snow
(oben: das kristarium von snow)

für die charakterentwicklung steht euch das kristarium zur verfügung, eine dreidimensionale version des sphärobretts aus „X“. hier gibt es wenig zu beachten. ihr solltet einen experten für jeden beruf haben, ganz viel später im spiel könnt ihr auch experte in zwei oder drei berufen werden.

„ffXIII“ schränkt euch ungemein in der charakterentwicklung ein, angeblich, damit man nicht so schnell auflevelt. bei einem rollenspiel diesen ausmasses macht das meiner meinung nach wenig sinn. ich möchte die kontrolle darüber haben, wie schnell ich meine charaktere in welchem beruf entwickle. das führt desöfteren zu frustrationen, vor allem, wenn man nicht weiss, von welchem bossgegner die erweiterung des kristariums abhängt. dadurch verschwendet man wertvolle zeit, nichts weiter.

:: das kampfsystem

final fantasy XIII battle screen

es ist das schnellste und einfachste kampfsystem, das je in einem „final fantasy“ verwendet wurde. eure kämpfe beginnen, sobald ihr einen gegner berührt. nur selten könnt ihr euch um diese herumschleichen. sobald ihr kämpft gibt es kein zurück mehr. stirbt eure hauptfigur (ihr steuert NUR die), heisst es game over. aber ihr könnt jedesmal den kampf sogleich wieder aufnehmen und eine neue taktik versuchen.

um zu kämpfen braucht ihr paradigmen. es gibt offensive und defensive paradigmen. ein defensives wäre zum beispiel snow als verteidiger und lightning und vanille als heiler einzusetzen, wenn ihr probleme im kampf bekommt. sobald das abgeschlossen ist wechselt ihr das paradigma, zum beispiel dann snow und lightning als brecher und vanille als verheerer. so geht das immer hin und her, mit der L1-taste, bis der gegner besiegt ist. die paradigmen müsst ihr im hauptmenü euren charakteren zuweisen. nicht vergessen! manchmal wechseln eure gewählten charaktere aufgrund der story und eure paradigmen sind weg!

einem charakter in einem zug beispielsweise manipulator UND verheerer zuzuweisen ist NICHT möglich. deshalb überlegt euch immer vor einem kampf, wer eure stärksten figuren in welchem beruf sind und passt das paradigma manuell oder automatisch an.

:: bestia

final fantasy XIII shiva sisters concept art
(oben: die shiva-schwestern als concept art)

alle sechs figuren haben genau eine bestia, die für sie bestimmt ist und ihnen hilft. bei lightning zum beispiel odin, bei snow die shiva-schwestern. um an eine bestia zu gelangen muss man gegen sie kämpfen und sie auch schlagen. fortan könnt ihr im kampfmenü über meta-fertigkeiten eure bestia ins spiel bringen. ihr kämpft solange an ihrer seite, bis sie stirbt und dann kehren eure gefährten geheilt und frisch zurück. der schockzustand beim gegner wird dann aufgehoben.

ihr könnt auch, bevor sie stirbt, über die viereck-taste auf die bestia aufsteigen (metamorph-modus) und mächtige attacken auf die gegner loslassen; die bestia wird zu einem transformer. aber irgendwann ist auch das vorbei.

:: items

…sind so gut wie überflüssig. heilung und zustandsveränderungen werden durch die experten übernommen. heiltränke und dergleichen sind gnadenlos ineffektiv.

wichtig sind die komponenten, die man findet. die braucht man, um waffen oder accessoires upzugraden. wenn man eine waffe voll entwickelt hat, erscheint ein stern. dann einfach einen katalysator verbauen und weiter upgraden! nicht vergessen!

interessant sind die subsidien. wichtig hier war für mich über das gesamte game aber nur blender.

:: grafik

final fantasy XIII lightning gegen behemoth
(oben: light kämpft gegen könig behemoth)

„final fantasy XIII“ ist das allererste spiel, das von mir 10 von 10 punkte in diesem bereich bekommt. die HD-umgebungen sind traumhaft, die animationen perfekt, es war noch nie möglich so weit in einem „final fantasy“ zu sehen. besonders cocoon hat jedesmal mit den dortigen welten für gänsehautatmosphäre gesorgt.

doch vorsicht: ohne hdmi-kabel, also auf röhrenfernsehern, gibt es ab und an probleme mit der framerate.

:: sound

final fantasy XIII soundtrack
(oben: die soundtrack-box, separat erhältlich)

masashi hamauzu hat sehr gute arbeit geleistet. trotzdem erschien mir dieser teil der „ff“-serie unglaublich sample-haft. es kann sein, dass das schon immer so war, aber so krass habe ich das noch nie wahrgenommen.

dass die grafik zuerst kam und dann der soundtrack offenbart sich des öfteren. für die gänsehaut sorgt immer auch das zusammenspiel von grafik und sound, aber hier wurde grafisch dermassen vorgelegt, dass der sound fast schon langweilig wirkt. trotzdem: ich bin ein grosser fan der musik und sehe das wahrscheinlich zu kritisch.

die synchronisation wurde erstaunlich gut bewältigt, wenn man bedenkt, dass es das erste mal ist, dass alle figuren nativ englisch und kein japanisch sprechen.

:: fazit

„final fantasy XIII“ hat für mich mit „metal gear solid 4“ next-gen definiert. es ist unfassbar lang (80 bis 90 stunden minimum), komplett in HD, die grafik ist bombastisch und der sound fantastisch.

das gameplay ist schnell, wird aber für geübte rollenspieler auf dauer zur pein aufgrund der (fast schon stupiden) button-smasherei. hier sieht man am eindeutigsten, dass die serie endgültig im mainstream angekommen ist.

von den charakteren haben mir light, fang und sazh am besten gefallen. sie waren einfach durchweg überzeugend. richtig stereotypisch nervig wird es bei snow und vanille. hope ist so dazwischen.

die linearität ist das grösste manko des spiels. das betrifft die story: es gibt keine dörfer, keine wirklich zusammenhängende riesige welt, sondern man läuft durch schläuche, die oftmals nicht wirklich gut zusammenwirken (huh? wie kam ich jetzt hier her!?). das betrifft auch die charakterentwicklung: sie wird euch vorgegeben. das betrifft die missionen. das betrifft das upgraden von waffen. einfach alles.

„final fantasy XIII“ ist brutalst modern, um jeden preis. viele liebgewonnene eigenheiten der vorgänger hat man einfach weggelassen (zum beispiel das reisen mit einem eigenen luftschiff). es ist aber auch das „final fantasy“, mit dem neueinsteiger am wenigsten probleme haben dürften. und ich glaube das war aufgrund der 360-spieler auch eines der hauptaugenmerke. das ist okay so, kann man machen. geistig anzusiedeln als nachfolger des universums in „X“, rettet die story so ziemlich alles und man sieht dank der wendungen auch auf die unfassbar pathetischen zwischenspiele hinweg.

von den eigenheiten, die man kennt, sind nur ein paar bekannte bossgegner (z.b. tomberry, kaktor), chocobos und die langen, wunderschönen zwischensequenzen erhalten geblieben. alles andere hat man modifiziert, mal zum guten (schnelles kampfsystem, feinste HD-grafik), mal zum schlechten (aufleveln, fehlende dörfer, schläuche). es ist zwar ein echtes neues „final fantasy“, macht aber irgendwie gar nichts wirklich neu. es wirkt zuweilen uninspiriert (siehe waffen-modifikationen oder die missionen bis 40), man fragt sich zu oft, wieso man weitermachen soll, weil man vom stil her schon alles gesehen hat (das gilt leider auch für die grafik und die level).

es ist keine leichte bürde der serie mit jedem neuen teil nochmal eins draufzusetzen. irgendwann gelingt das einfach nicht mehr. trotzdem: „final fantasy XIII“ ist kein spiel, es ist ein epos. es ist sicher nicht „das beste spiel aller zeiten“, aber es wird ende des jahres zu den besten in 2010 gehören. es setzt in punkto spiellänge, umfang der welten und vor allem grafik einfach zu hohe masstäbe.

grafik: 10 von 10
sound: 8 von 10
gameplay: 7 von 10

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