review: heavy rain

:: intro

mit „heavy rain“ schreibt der französische entwickler quantic dream auf der ps3 videospiel- und filmgeschichte. lest hier nun exklusiv auf zockerseele.com, warum und überhaupt.

:: charaktere

insgesamt gibt es vier spielbare charaktere, die ihr geschickt durch die story begleiten müsst. das schicksal dieser figuren ist vom spieler abhängig, denn jede kann durch eure entscheidungen ums leben kommen.

ethan mars

ethan marsethan ist ein gefragter architekt, lebt mit seiner frau in einem schönen modernen haus und hat zwei söhne. gleich zu anfang des spiels stirbt sein ältester sohn jason bei einem autounfall. er kommt nur schwer darüber hinweg und seine frau und er gehen seitdem getrennte wege. seinen jüngsten sohn shaun sieht er kaum. doch shaun wird zu allem überfluss auch noch entführt, während ethan einen seiner blackouts hat.

vorbild für sein figur-modeling war pascal langdale.

norman jayden

norman jaydennorman ist fbi-agent und untersucht die mysteriösen fälle des origami-killers. er verfügt über eine augmented-reality-brille, das ARI-system, mit dem er am tatort auf ungeheuerlich moderne weise auf spurensuche gehen kann. dieses system zu beherrschen ist wichtig um sein überleben zu sichern. ausserdem hat er ein drogenproblem und nimmt triptocaine.

vorbild für sein figur-modeling war leon ockenden.

madison paige

madison paige – madison ist investigative journalistin. sie ist die sexbombe des spiels, leidet jedoch an übelsten schlafstörungen und übernachtet häufig in abgeratzten motels. sie wittert in der story des origami-killers die geschichte ihres lebens und ist komischerweise immer dort zur stelle, wo sich ethan aufhält.

vorbild für ihr figur-modeling war jacqui ainsley.

scott shelby

scott shelbyscott ist ein dicker behäbiger privatdetektiv, polizist im ruhestand und arbeitet unabhängig von norman und der polizei an dem fall. er hilft, wo er kann, doch sein asthma bereitet ihm oft probleme.

vorbild für sein figur-modeling war sam douglas.

:: story

origami hund

die geschichte beginnt ganz harmlos mit ethan in seinem grossen haus. ihr lernt dort die steuerung kennen und alles erinnert ein wenig an „the sims“. so richtig los geht es erst, nachdem ethan seinen ältesten sohn jason vor einem kaufhaus bei einem autounfall verliert. ethan liegt danach sechs monate im koma. weitere zwei jahre nach diesen ereignissen plagen ihn schwere depressionen, er fürchtet sich vor menschenmassen und hat mysteriöse blackouts. als er eines tages mit shaun in den park geht verliert er seinen zweiten sohn ebenfalls.

das verschwinden von shaun wird auf einen serienkiller zurückgeführt, der im herbst kleine kinder entführt und sie in regenwasser ertrinken lässt. da bei den opfern immer eine orchidee und eine origami-figur gefunden wird, nennen ihn die medien nur den „origami-killer“.

norman jayden findet heraus, dass ihm und der polizei weniger als drei tage bleiben, um shaun zu finden. dabei muss er mit einem rabiaten lieutenant namens carter blake zusammenarbeiten, der ihm immer wieder das leben schwer macht.

parallel dazu findet ethan in einem schliessfach einen schuhkarton. in diesem liegen diverse origami-figuren, die adressen enthalten und ein handy und eine waffe. er muss dann missionen erfüllen, um an die letzte adresse zu kommen, wo sein sohn gefangengehalten wird. die missionen stehen denen aus „saw“ in nichts nach und das ganze wird für ethan (und die spieler) zu einem psychokrieg, aus dem es kein entkommen gibt.

auch parallel arbeitet scott shelby. er verfolgt andere spuren als die polizei und beide parteien begegnen sich so gut wie nie. er bekommt dabei unterstützung von der mutter eines ermordeten kindes, lauren winter. es bleibt euch überlassen, was aus dieser zusammenarbeit wird.

madison hat eigene pläne, die immer auch ihre weibliche kreativität erfordern. ihr schicksal ist eng mit dem von ethan verwoben, ob sie es nun will oder nicht. ihre arbeit bringt sie jedoch immer wieder in schwierigkeiten.

das sind so die eckpfeiler, die man anreissen kann. im grossen und ganzen bleibt es dem spieler überlassen, was er mit der story und den charakteren machen möchte. eure entscheidungen wirken sich auf das aus, was ihr im spiel zu sehen kriegt, besonders in bezug auf die endings. allerdings ist es nicht wie in „blade runner“ vom zufall abhängig, wie sich die story entwickelt. den roten faden bekommt ihr niemals weg, egal, was ihr macht. das macht das spielerlebnis besonders bei mehrmaligem durchspielen linear.

:: gameplay

heavy rain gameplay

das spiel nutzt stark quicktime-events als spielsystem, hauptsächlich bei kämpfen oder in actionszenen. das kann man jetzt gut finden oder nicht, doch dieses system ist hier so kreativ gelöst worden wie nirgends sonst. am anfang ist das alles etwas hakelig, doch wenn man sich daran gewöhnt hat ist es eine eigenwilligkeit von „heavy rain“, die man schnell akzeptiert.

eure reaktionen sind hierbei ein wesentlicher erfolgsfaktor. seid ihr zu unkonzentriert oder zu langsam, riskiert ihr, dass eure gespielte figur stirbt. das solltet ihr in jedem falle vermeiden, da dies mit sicherheit zu keinem guten ende führt.

neben diesen qtes muss man immer auch den anweisungen auf dem bildschirm folgen. dabei wird der wireless-controller so kreativ eingesetzt wie niemals zuvor. ihr müsst ihn neigen, hoch und runter bewegen, bestimmte tasten sanft oder mehrmals drücken, etc.

:: grafik

heavy rain ARI

die basiert hauptsächlich auf der havok-engine. dabei wurde besonders wert auf die animationen und details der gesichter gelegt. die sind oftmals nicht mehr zu unterscheiden von hollywood-produktionen, hier liegt eine der grössten stärken des spiels.

trotzdem sind auch bei der ps3 immer noch diverse krankheiten sichtbar, die bis heute nicht gelöst wurden: berührungen in videospielen sehen einfach nicht nach berührungen in filmen aus, es bleibt immer ein komischer abstand. auch bei den nahaufnahmen von mund und zähnen sieht man die beschränktheit von grafikprozessoren. das muss in zukunft dringlichst gelöst werden, um diese grenze verschwimmen lassen zu können.

für ein spiel aus europa bleibt „heavy rain“ allerdings standard, was die grafikleistung aktueller spiele betrifft.

:: sound

heavy rain soundtrack

die soundeffekte sind von denen in filmen nicht mehr zu unterscheiden. das spiel kommt komplett mit deutscher sprachausgabe, auch das wurde vorbildlich gelöst. der depressive soundtrack stammt von normand corbeil, der sich nicht hat lumpen lassen.

:: fazit

„heavy rain“ besticht durch die art und weise, mit welcher intensität die story erzählt wird. das ist wirklich the art of storytelling, was man hier geboten kriegt, auch wenn sich die geschichte jedesmal ähnlich entwickelt. ein interaktives drama voller dunkler geheimnisse und die macht dem film noir ernsthaft konkurrenz.

dabei darf der psychokrieg nicht ausser acht gelassen werden: ethan verliert wirklich alles und muss auch noch perverse missionen erfüllen. auch die anderen charaktere bekommen unglaubliche probleme im spiel, was einem oft aufs gemüt schlägt. die atmosphäre ist sehr düster und trägt ihren teil dazu bei. es ist ein echtes spiel für erwachsene und konsequent in der erzählung, ohne gnade.

die grafik ist ziemlich perfekt nach derzeitigem technischem stand. das gilt auch für den sound.

was ich schade fand war der rote faden, den man nie wirklich ändern kann. ich hatte erwartet, dass man, je nachdem, welche entscheidungen man fällt, die geschichte der charaktere ändern kann. darüberhinaus sind 10 bis 15 stunden spielzeit für den ersten durchgang nicht wirklich lang. geübte zocker werden selbst beim ersten run kaum probleme bekommen. ob das die eigene psyche ab kann steht auf einem anderen blatt… ausserdem war mein erstes ending dermassen unbefriedigend, ich hatte mehr fragen als antworten.

die geistige nähe zu „blade runner“ (pc, 1997) ist unverkennbar, das sieht man schon bei den origami-figuren. eine revolution ist „heavy rain“ verglichen mit „blade runner“ allerdings nicht. ich kann verstehen, dass es schwierig ist sowas in der form umzusetzen, wie es quantic dream gemacht hat, schon alleine mit dem motion capturing der endlos langen actionszenen. doch ich hätte mir mehr freiheiten bei den charakteren gewünscht.

was jetzt noch fehlt sind science-fiction- oder horror-geschichten mit der engine. ich denke, so eine sache wie „district 9“ hätte man auch im stile von „heavy rain“ umsetzen können. und genau hier liegt wohl eine mögliche zukunft der filmindustrie.

von der atmosphäre her gesehen und auch mit solch einer konsequenten und komplexen story braucht uns nicht bange zu werden, dass es im videospielbereich an innovationen fehlt. innovativ ist übrigens auch die steuerung in ihrer gesamtheit, ob man sie nun mag oder nicht.

„heavy rain“ ist wohl auch das erste spiel aus europa, das mit blockbuster-produktionen aus den usa und japan mithalten kann. und das gilt für beide bereiche: film UND videospiel! respekt!

grafik: 9 von 10
sound: 9 von 10
gameplay: 8 von 10

.:_zockerseele.com_award_:.

heavy rain cover

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1 Power-Up zu „review: heavy rain“

  • Ayato says:
    Client: Mozilla Firefox Mozilla Firefox 3.5.9 OS: Windows Windows 7

    sehr schön geschrieben kann mich nur anschließen

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